Pädagogische Grundsätze

1. Unser Bildungs- und Erziehungsauftrag

Das Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz) vom Juli 2011 gibt in seinem Allgemeinen Grundsatz (§2) vor:
„Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und Förderung. Seine Erziehung liegt in der vorrangigen Verantwortung seiner Eltern. Kindertageseinrichtung und Kindertagespflege ergänzen die Förderung des Kindes in der Familie und unterstützen die Eltern in der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.“
Bildung eines Kindes bedeutet das Kind in seinen Entwicklungsprozessen zu begleiten, bei denen die geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten sowie seine persönlichen und sozialen Kompetenzen erweitert werden. Bildung geschieht immer von Geburt an und bezieht alle Sinne des Kindes mit ein.
Kinder entdecken die Welt durch anfassen und “be-greifen.” Sie brauchen dafür genügend Raum, Zeit, Anregungen und Wiederholungen. Nur durch selbstständiges “Tun” können die Kinder die Welt erforschen.
In unserer Einrichtung geben wir allen Kindern mit und ohne Behinderung die Möglichkeit, auf spielerische Weise ihr Wissen im eigenen Entwicklungstempo in einem geschützten Umfeld zu erweitern und zu festigen.
Wir unterstützen die Eltern darin, ihre Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern und zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu erziehen.

2. Bildung und Erziehung ab dem 2-en Lebensjahr

Bildung findet von Anfang an statt. Bereits vom ersten Tag an beginnt ein Säugling über seine Sinnesorgane, sich und seine Umwelt wahrzunehmen und Erfahrungen über seine Wirksamkeit zusammeln. Eine grundlegende Vorrausetzung und ein Grundrecht von Kindern , für eine positive Entwicklung, sind körperliches und seelisches Wohlbefinden. Wickeln und Füttern sind Situationen der Zuwendung, der Anregung kindlicher Sinne und Befriedigung kindlicher Bedürfnisse. Für uns Fachkräfte sind das Erkennen dieser Bedürfnisse und die spontane angemessene Reaktion entscheidend für eine grundlegende Beziehungs- und Bindungsfähigkeit als Grundlage für gelingende Bildungsprozesse.

Eingewöhnung unserer 2- Jährigen

Die Eingewöhnung ist sehr wichtig für die Beziehungs- und Bindungsfähigkeit. Um ihrem Kind einen guten und sicheren Start in unserer Einrichtung zu ermöglichen, ist eine gut geplante und durchgeführte Eingewöhnung sehr wertvoll. Wir orientieren uns hierbei an dem so genannten “Berliner Modell”, welches grundlegend die frühe Bindung eines Kindes an seine Eltern und die unterschiedlichen Bindungsmuster und Bedürfnisse eines jeden Kindes berücksichtigt. Daher ist hier eine enge und kommunikative Zusammenarbeit mit den Eltern und Individualität
enorm wichtig.

Das Spiel

Beim Spielen kann das Kind über seine Körpersinne, wie Tasten, Hören, Gleichgewicht, Riechen und Schmecken eigenständige Erfahrungen über seine Fertigkeiten und Fähigkeiten sammeln, was ein Prozess der “Selbstbildung” ist. Wir als Erzieherinnen stellen ihm dazu entsprechend den Raum, die Zeit, Materialien und eine geeignete Umgebung zur Verfügung. Dies findet auch im Rahmen von Angeboten und Projekten statt.  

Gesundheit und Körperflege

Eine große Rolle bei der Selbstbildung spielt auch das Thema Gesundheit und Körperpflege. Gesundheit beinhaltet nicht nur die Handlungen, wie z.B. Händewaschen oder Zähneputzen, auch findet eine ganzheitliche präventive Gesundheitsbildung statt, die die Stärkung der Selbstsicherheit, die Befähigung zur Lebenskompetenz und die Verantwortung für sich und seinen Körper beinhaltet. Körperpflege bedeutet für ein Kind nicht nur Hygiene und Reinigung sondern bietet ihm eine Vielfalt von Möglichkeiten sich mit seinem Körper zu beschäftigen und ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Auch hierzu bieten wir dem Kind entsprechende Möglichkeiten eigenständige Erfahrungen zusammeln. Die Waschräume sind der Größe entsprechend eingerichtet. Unterstützung bei der eigenständigen Nahrungsaufnahme, Angebote zum Matschen, Kneten und Schmieren.

Beobachtung und Dokumentation

Ein Kind unter drei Jahren kann seine Bedürfnisse meist nicht verbal äußern oder Erlebtes weitergeben. Daher liegt es an uns, das Kind intensiv zu Beobachten um individuell auf seine Stärken und Interessen eingehen zu können. Um den Eltern einen Einblick in das tägliche Geschehen und die Entwicklung ihres Kindes zu ermöglichen, erstellen wir unterschiedliche Dokumentationen: Wickelprotokoll, Entwicklungsbögen, Fotogeschichten, Lerngeschichten, BaSik- Bogen. 

Ruhe und Schlafen

Ein Vormittag in der Kita ist wie ein harter Arbeitstag. Das Kind ist ständig einer hohen Geräuschkulisse ausgesetzt, muss sich mit anderen auseinandersetzen und sammelt viele Eindrücke. Um all dies zu verarbeiten benötigt es zwischendurch eine Pause. Es besteht immer die Möglichkeit, dass sich das Kind selbst in eine Ecke zurück zieht. Nach dem Mittagessen bieten wir für alle eine Ruhephase an. Die Kinder die einen Mittagsschlaf benötigen gehen dann gemeinsam in den Schlafraum, wo sie in ihrem eigenen Bettchen ca. 1 bis 1,5 Stunden ruhen oder schlafen können. Die Kinder, die keinen Schlaf mehr benötigen, ruhen sich in leiser, entspannter Atmosphäre aus (Entspannungsmusik, Geschichte).

3. Ziele unserer Arbeit

Die Entwicklung und Förderung des Kindes in seiner handelnden Auseinandersetzung mit der Umwelt und sich selbst, sowie die Herausforderung und Förderung der Potenziale, die jedes Kind mitbringt, bildet die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Das Gefühl von Geborgenheit, Wertschätzung und Verlässlichkeit in der Kita ist die Voraussetzung für alle Entwicklungs- und Bildungsprozesse eines jeden Kindes. „Lernen von Anfang an“ ist nur möglich durch eine offene, beobachtende Haltung der Erzieherin und das Geben von Impulsen in einer vorbereiteten Umgebung, die viele Möglichkeiten zur freien Entfaltung im Spiel bietet.

4. Bild vom Kind

Wir glauben, dass jedes Kind mit all seinen Fähigkeiten, Fertigkeiten und seiner Individualität von Gott geliebt und angesehen wird.
Jedes Kind ist von Anfang an eine eigenständige unverwechselbare Persönlichkeit, die durch unterschiedliche Erfahrungen und Bedürfnisse geprägt ist. Es hat Potenziale in sich stecken, die es für uns Erzieher durch individuelle Beobachtungen zu entdecken, herauszufordern und zu fördern gilt. Das Kind lernt durch das eigenständige Handeln. Dafür benötigt es genügend Zeit, Raum und Materialien. Durch unser Zutrauen in seine eigenen Fähigkeiten ermutigen wir das Kind, seine Ressourcen voll auszuschöpfen.

6. Lebenssituation unserer Kinder

Unsere evangelische Kindertagesstätte begrüßt Kinder und Eltern verschiedener Glaubensrichtungen. Wir sind neugierig aufeinander und geben den Kindern und Eltern die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, zu akzeptieren und zu respektieren. Familien mit unterschiedlichen Nationalitäten leben in verschiedenen Familienformen. Neben der Kernfamilie gibt es alleinerziehende Eltern, Kinder in Pflegefamilien oder in Patchwork Familien. Wegen der veränderten Lebensbedingung der Kinder (wenig freie Bewegungsmöglichkeiten, steigender Medienkonsum usw.) sehen wir die Notwendigkeit, den Kindern ergänzende und neue Möglichkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, wie z.B. Bewegung, Sprache, Wahrnehmung, Kognition, Naturwissenschaften u.v.m. zu bieten.

7. Das Spiel

Das Spiel ist die Grundform des kindlichen Lernens. Im Spiel erwirbt und verarbeitet das Kind sein Wissen von der Welt, entwickelt Fähigkeiten, Probleme zu lösen, gestaltet soziale Beziehungen und erfindet eigene Fantasiewelten. Durch das Spiel wird die kognitive und sozial-emotionale Entwicklung, sowie Kreativität und Sprachentwicklung bei den Kindern entscheidend positiv beeinflusst. Unsere Einrichtung bietet den Kindern für ihr freies Spiel (Freispiel) eine große Vielfalt an Möglichkeiten und Zeiträumen an. Damit die Kinder das Freispiel für sich nutzen können, ist es wichtig, dass sie selbst entscheiden dürfen, was, womit, wie, wo, wie lange und mit wem sie spielen möchten. Wir geben ihnen die Gelegenheit, im Kontakt mit anderen Kindern in einem möglichst gefahrlosen Raum ihre Vorstellungen umzusetzen und neue rfahrungen zu sammeln. Im Bau- und Konstruktionsspiel auf dem Bauteppich, im Kreativraum und im Außengelände erschaffen sich die Kinder durch ihr Vorstellungsvermögen eigene Welten, setzen ihre Pläne um und verhandeln mit ihren Spielpartnern darüber. Sie lösen im Spiel schwierige Probleme, entwickeln Kreativität und kooperative Fähigkeiten. Dieses konkrete Tun ist eine wichtige Grundlage kognitiver und sprachlicher Entwicklung.

In der Turnhalle und auf dem Außengelände nehmen die Kinder ihren Körper im Verhältnis zum Raum wahr. Die Kinder trainieren ihren Gleichgewichtssinn, verfeinern die Koordination der Muskeln, werden sensibel für eigene Körperempfindungen und lernen ihre Kräfte, Fertigkeiten und Grenzen einzuschätzen. Verschiedene Geräte (Sprossenwand, Kästen, Hängematte, Bälle, Reifen etc.) stehen den Kindern zur Verfügung, um vielfältige Erfahrungen im motorischen Bereich zu sammeln und zu festigen.
Im unteren Bereich der Einrichtung entstand im Jahr 2004 ein Werkraum. Hier haben unsere Kinder großen Spaß am Hämmern, Sägen, Feilen oder Hobeln. Unsere Kinder lernen hier mit Holz und Werkzeug umzugehen.
In unserer Einrichtung haben die Kinder die Möglichkeit, ihre Ideen und Fantasien in mehreren Ecken und Räumen auszuleben und zu verwirklichen:
Kinder lieben es, im Fantasie- und Rollenspiel in eine andere Rolle zu schlüpfen. Sie imitieren dabei nicht nur einfach Personen aus der Erwachsenenwelt, sondern experimentieren vielfältig mit sozialen Rollen, erleben sich in verschiedenen sozialen Beziehungen und erproben sich spielerisch in ausgedachten sozialen Kontexten. Sie sind dabei bewegungsfreudig, erschaffen sich eine eigene Wirklichkeit und beziehen sämtliche Materialien und verschiedene Spielpartner in ihr Spiel mit ein. Hierbei geht es auch um Konfliktmanagement. Dabei tauschen sie Erlebtes miteinander aus, wandeln es um, ändern es ab, bis es stimmig für sie ist. Im Flur bieten wir den Kindern eine Verkleidungskiste mit einem großen Spiegel an. Weiterhin steht den Kindern dort ein Kaufladen und ein Friseursalon zur Verfügung, an denen die Kinder die Möglichkeit haben, in verschiedene Rollen oder Berufe zu schlüpfen wie z.B. Verkäufer, Kunde, Friseur/Friseurin.
Im Gruppenraum unter der zweiten Ebene befindet sich die Puppenecke, die mit Kindermöbeln, Puppen, Puppengeschirr und Puppenkleidung ausgestattet ist. Hier können die Kinder entscheiden, ob und wie sie den Raum aufteilen oder umgestalten möchten und in welche soziale Rolle sie schlüpfen möchten.
Die obere Ebene des “Hauses” in den Gruppenräumen dient als eine Ruhe Ecke, in der sich die Kinder ausruhen können. Mit Kissen, Matratzen und Kuscheltieren können sie alles frei gestalten. Hier finden Gespräche statt, es können Bücher angeschaut oder leise Musik und Geschichten angehört werden. Die Gestaltung der beiden Ebenen kann auch variieren. Hierbei orientiert sich das Personal nach Wünschen, Interessen und Bedürfnissen der Kinder.
Innerhalb der Gruppe haben die Kinder viele Spielmöglichkeiten. Sie können sich verschiedene Gesellschafts- und Konzentrationsspiele aussuchen, sowie mit verschiedenen Materialien das Schütten, Stapeln und Befüllen üben und damit experimentieren.
Im Stuhlkreis bieten wir den Kindern Fingerspiele, Ratespiele, Lieder, Reime und kleinere Bewegungsspiele an. Durch das Erkennen von Geräuschen, Ertasten von Dingen und verschiedene Konzentrationsbewegungen werden bei unseren Kindern alle Sinnesorgane angesprochen und gefördert. Zudem lernen die Kinder dabei etwas über die Sprachmelodie und Wortschatzerweiterung Spiele mit Musikinstrumenten machen Kindern einen besonderen Spaß. Alle Musikinstrumente stehen den Kindern im Flur zur Verfügung, manchmal basteln wir die Instrumente auch selbst. Am liebsten begleiten die Kinder mit den Instrumenten die ihnen bekannten Lieder und können so Erfahrungen mit rhythmischen Bewegungen sammeln.
Das Spiel im Freien ist ein wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens unserer Kinder. Bei dieser Tätigkeit können die Kinder ihre Bewegungslust am besten ausleben. Hier können sie wichtige Erfahrungen mit natürlichen Formen wie z.B. Metallen, Hölzern, Erde, Sand, Wasser oder Pflanzen machen. Draußen haben die Kinder die Möglichkeit, ein selbständiges, bewegungsfreudiges (Fahrzeuge, Geräte, Treppen) und gemeinsames (Gesellschaftsspiele, Lauf-/Fangspiele, Sandkasten) Spiel zu entwickeln. 

8. Partizipation

Es ist wichtig, jedes Kind in seiner Individualität und seiner Persönlichkeit zu achten. Es soll durch eigene Erfahrungen lernen, sich selbst einzuschätzen und zu entwickeln. Kinder sind schon früh in der Lage bei Entscheidungsprozessen, die sie selbst betreffen, mitzuentscheiden.
Dabei möchten wir:

  • dass sie ihren Alltag mitbestimmen und gestalten
  • ihnen durch Wahlmöglichkeiten helfen, frühzeitig eigene Interessen zu vertreten, Konflikte zu lösen, Stellung zu beziehen, sich einzufügen, anzupassen oder durchzusetzen, je nachdem was die Situation erfordert
  • mit den Kindern nach gemeinsamen Lösungsmöglichkeiten für Problemsituationen suchen
  • Entscheidungen, die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen zu teilen
  • die Kinder ermutigen sich zu äußern
  • mit den Vorstellungen der Kinder respektvoll und wertschätzend umgehen und im Alltag angemessen reagieren
  • unsere Formen der Beteiligung der Kinder im Alltag erkennbar machen

Wir freuen uns über Kinder, die uns ihre Meinung sagen, Initiative und Verantwortung übernehmen und Ihre Rechte und Beachtung einfordern. 

Kinderkonferenz / Ideenkreis

Die Kinderkonferenzen geben den Kindern die Möglichkeit ihre Meinungen frei zu äußern und sie erleben zulassen, dass ihre Meinung wichtig ist und beachtet wird. Wir lassen hier die Kinder zu Wort kommen und dokumentieren ihre Beiträge kindgerecht. Im Ideenkreis üben sie das Zuhören, das Ausreden -Lassen und weitere Gesprächsregeln. Auch hier haben sie die Möglichkeit zu Wort zu kommen, ihre Ideen zu äußern und zu erfahren: „Ich habe auch was zu sagen!“ „Meine Ideen werden geschätzt!“ Durch entsprechende Dokumentation können sie auch im nachhinein sehen, was sie zum Alltag in der Kita beigetragen haben.

Teiloffene Arbeit

Dadurch, dass wir teiloffen arbeiten, haben die Kinder die Möglichkeit selbst zu entscheiden, wo und mit wem sie spielen und an welchen Angeboten sie teilnehmen möchten. Sie können somit individuelle, selbstbestimmte Erfahrungen sammeln. 

Beschwerdemöglichkeit

Jeder soll sich beschweren können, auch unsere Kinder. Nicht jedes Kind kann seine Unzufriedenheit oder sein Unwohlsein gezielt verbal äußern. Dazu geben wir den Kindern unterstützende Materialien, wie Bilder, Emotionsbälle. Beschwerden der Kinder werden als Bereicherung und Chance gesehen und helfen uns und jedem einzelnen Kind, den Alltag bedürfnisorientiert zu gestalten.

9. Integration/Inklusion

„Es gibt keine Norm für das Menschensein. Es ist normal, verschieden zu sein.“
(Richard v. Weizsäcker, 1.7.1993 Bonn)

Jedes Kind ist ein Individuum, einzigartig in seiner Erscheinung, seinem Wesen, seinen Fähigkeiten und seinen Bedürfnissen. Daher ist es selbstverständlich, dass in unserer Kindertagesstätte Kinder aus allen Kulturen und Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen herzlich willkommen sind. Wir bieten Kindern mit Behinderungen und/oder Entwicklungsverzögerungen die Möglichkeit, dieselbe Tageseinrichtung wie ihre Nachbarn, Freunde und Verwandte zu besuchen. Damit ermöglichen wir allen Kindern die Teilhabe am alltäglichen Leben. Jedes Kind, mit all seinen Stärken und Schwächen, stellt eine Bereicherung der Gruppen dar und wirkt sich auf die Persönlichkeit jedes Kindes positiv aus. Im alltäglichen Umgang miteinander wird die Sensibilität der Kinder für eine Akzeptanz von Behinderungen, Stärken und Schwächen gefördert, so dass sie lernen, Hilfen zu geben, Rücksicht zu nehmen und Verständnis zu zeigen. Die Kinder erleben den gemeinsamen Alltag als Normalität und es wird ein wertschätzender Umgang miteinander vorgelebt, beobachtet, angenommen und weitergegeben.
Die Förderung von Kindern mit Beeinträchtigungen in unserer Einrichtung basiert auf den Stärken, dem Entwicklungsstand, der Befindlichkeit, den Bedürfnissen und dem eigenen Entwicklungstempo des einzelnen Kindes.
Für jedes Kind mit einem zusätzlichen Förderbedarf erstellen wir einen individuellen Teilhabe- und Förderplan und nutzen hierzu das sensomotorische Entwicklungsgitter nach E.J. Kiphard.
Durch das Förderpaket erleben diese Kinder: 

  • Wertschätzung der eigenen Person
  • Gesteigertes Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen
  • Erfahrung der Selbstwirksamkeit
  • Entscheidungsfähigkeit/Selbstbestimmung
  • Erkennen und Annehmen von eigenen Stärken und Schwächen
  • Aufbau von Beziehungen
  • Mitwirken bei sozialen Aktivitäten

Für Kinder mit Behinderungen und Kinder mit Entwicklungsverzögerungen ist ein Mehraufwand an Zuwendung, pädagogische Betreuung und Förderung nötig. Um diese Aufgaben erfüllen zu können, stehen uns vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe Mittel zur Beschäftigung einer pädagogischen Zusatzkraft zur Verfügung.
Bei Bedarf stellen wir einen Antrag auf zusätzliche Förderung beim örtlichen Jugendamt. Dazu brauchen wir die Unterstützung und Mitwirkung der Eltern. Es gibt jedoch auch Einschränkungen, die eine Aufnahme eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen verhindern könnten. Die Räumlichkeiten unserer Einrichtung sind leider noch nicht barrierefrei, das heißt, nicht alle Bereiche unserer Kindertagesstätte liegen auf einer Ebene und sind somit nicht rollstuhlgerecht. Auch die Gruppengröße von 20 oder 23 Kindern ist nicht für jedes Kind zumutbar, gewisse Behinderungsarten und Verhaltensauffälligkeiten erfordern eine kleinere Gruppenstärke. Außerdem kann die Art und Schwere der Behinderung zu dem Ergebnis führen, dass das jeweilige Kind in unserer Einrichtung nur eingeschränkt gefördert werden kann. Da wir dennoch jedem Kind die bestmögliche Förderung zukommen lassen wollen, beraten wir die Eltern in solch einem Fall gerne, welche andere Einrichtung für ihr Kind besser geeignet sein könnte. 

10. Beobachtung und Dokumentation

Ein wichtiger Baustein in der Bildungsarbeit ist die Beobachtung der Entwicklung der Kinder. Die Beobachtung befähigt uns Erzieherinnen, die Möglichkeiten, Fähigkeiten und Stärken, Ideen, Interessen, Erfahrungen sowie die individuellen Verhaltensweisen und Problemlösestrategien der Kinder wahrzunehmen und sie in ihrem Bildungsprozess zu unterstützen. Um die Entwicklung optimal und individuell fördern zu können, sind kontinuierliche Beobachtungen im gesamten Tagesablauf (Freispielphasen, Essensituationen usw.), sowie gezielte Beobachtung in regelmäßigen Abständen eine wichtige Voraussetzung. Die Erzieherinnen tauschen sich über ihre Beobachtungen in der Dienstbesprechung aus und halten diese in den dafür vorgesehenen Beobachtungsbögen schriftlich fest (Dokumentation). Bei den Elterngesprächen, die wir regelmäßig anbieten, dienen diese Beobachtungsbögen als Grundlage der Entwicklungsgespräche. Regelmäßige Beobachtungen werden in folgenden Dokumenten festgehalten:

  • Gelsenkirchener Entwicklungsbegleiter
  • Eingewöhnungsbogen
  • BaSiK
  • Entwicklungsgespräche, Protokolle
  • Abschlussgespräch Maxi-Kinder
  • Gruppenordner
  • Dienstbesprechungsordner

Zusätzlich besitzt jedes Kind in unserer Einrichtung einen eigenen Entwicklungsordner, das Portfolio. Dies ist die “Schatztruhe” jedes einzelnen Kindes. Dort werden Kunstwerke, Lern- und Fotogeschichten, Selbstporträts der Kinder und vieles mehr gesammelt. Mit dem Portfolio werden einzelne Entwicklungsschritte der Kinder festgehalten und ist deren Eigentum. Die Kinder können es sich jederzeit aus dem Regal nehmen und es anschauen, sowie Eltern und Freunden zeigen. Am Ende der Kindergartenzeit wird den Eltern und den Kindern die Dokumentation ausgehändigt. Für die Beobachtung und Entwicklungsdokumentation der Kinder benötigen wir eine schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten.

11. Kinderschutz

Der Kinderschutz war und ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit in unserer Kita. Die Mitarbeitenden sind sich ihrer Verantwortung gegenüber jedem einzelnen Kind bewusst. Die Kita verfährt entsprechend der Handreichung zur Dokumentation nach §8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung für die evangelischen Kindertageseinrichtungen in den Kirchenkreisen Iserlohn und Lüdenscheid-Plettenberg auf der Basis der schriftlichen Vereinbarung mit dem Jugendamt Iserlohn. Die Tageseinrichtung für Kinder nutzt die Dokumentationsformulare, die die Handreichung beinhalten, entsprechend der notwendigen Vorgehensweise in den einzelnen Phasen. Dabei orientiert die Einrichtung sich am Ablaufschema zum Kinderschutz des Märkischen Kinderschutzzentrums.
Wir unterstützen Familien in ihren Erziehungsaufgaben.